Aurinko

Zuerst war sie kaum hier, und nun will sie kaum mehr gehen. Die Rede ist von der Sonne. Es ist schon verblüffend, wie unterschiedlich hier Sommer und Winter ist, dieser Wechsel von viel Dunkelheit und wenig Tageslicht zu kaum mehr Dunkelheit und einer Unmenge Tageslicht ist beeindruckend. Ein gute Veranschaulichung dieses sich zu den Polen hin verstärkenden Phänomens bietet folgende Videosequenz (aufgenommen in Helsinki).

 

Vor einigen Tagen brachte ich die Nacht mit einigen Freunden auf dem Hügel nahe meiner Wohnung zu, Sonnenunter- und aufgang liegen nun ja zeitlich nicht mehr allzu weit auseinander. Für einen Mitteleuropäer ist es schon beeindruckend, wie hell es selbst in der Nacht ist, ganz dunkel wird es nicht mehr. Und diese halbpatzige Dunkelheit hält nur rund zwei Stunden, von 12 bis 2. (In Jyväskylä, in Nordfinnland geht die Sonne tatsächlich dann nicht mehr unter.)

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Erasmus in Schools II

Ein kleiner Nachtrag zum Erasmus in Schools Feedback Event in Turku vom Mai. Auf der Homepage der Veranstaltungsorganisation ist nun ebenfalls ein kleiner Bericht aufgeschaltet.

P.S. Mir ist bis anhin gar noch nicht aufgefallen, welch niedliches Logo dieses Projekt hat. Und die schlaue Eule zeigt auch perfekt auf Jyväskylä.

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Die spinnen die Finnen II

Darüber, dass gewisse Dinge hier anders laufen habe ich ja bereits berichtet. Ich bin auf ein tolles Dokument ähnlichen Inhaltes gestossen. Auch wenn einige Dinge ein wenig überspitzt dargelegt werden, oft hat es schon seine Richtigkeit. Trotz allen Merkwürdigkeiten, die Finnen sind ein eigenes, aber sehr sympathisches Völkchen. Gewisse Dinge werden mir fehlen zu Hause, darüber aber in ein paar Wochen mehr.

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Erasmus in Schools

Im Januar habe ich mich nach einer Informationsveranstaltung für das Projekt “Erasmus in Schools” angemeldet. Es wird von der internationalen Abteilung des finnischen Bildungsministeriums geleitet, welche auf den schönen Namen “Eurooppalainensuomi” hört. Sinn und Zweck dieses Programms ist die Anwesenheit von internationalen Studierenden in Finnland zu nutzen. Austauschstudierende gehen dabei in finnische Schulen und berichten ein wenig woher sie kommen, warum sie in Finnland sind, was zu Hause anders ist als hier usw. Daneben kann natürlich auch vom Studienhintergrund oder von der Muttersprache je nach Unterrichtsfach oder –stufe Gebrauch gemacht werden. Finnische Schüler erhalten so einen kleinen Einblick in andere Kulturen aus erster Hand. Finnland ist seiner geographischen Lage wegen nicht gerade ein Land, das mit vielen Fremden in Kontakt kommt, zumindest je weiter man auf das Land rausfährt. Im Gegenzug erhalten die Studierenden ein wenig Einblick in ein Stück finnische Kultur und in deren Schulsystem, für das das Land ja seit der Pisa-Studie bekannt ist.

Ich war letzte Woche in einer Deutschdoppelstunde in Vihtavuori, 18 km nord-östlich von Jyväskylä, 9. Klasse. Der Schüler Deutschkenntnisse haben nicht ganz ausgereicht mich ansprechend zu verstehen, also habe ich mich auf englisch mit ihnen unterhalten. Zuerst im Klassenraum, danach draussen im Schulhof, auf Gras bei Sonnenschein und angenehmen 18 Grad, fand ich klasse! Ich musste nach Finnland kommen, um eine Schulstunde openair zu erleben. Generell hatte ich den Eindruck, das Verhältnis Schüler-Lehrer ist lockerer und weniger formal als bei uns. Finnen sagen sich aber grundsätzlich schnell einmal du, so ist es nicht erstaunlich, dass der Lehrer auch nur “Ope” (von Opettaja) genannt wird.

Das Tollste aber am ganzen Projekt, welches in diesem Jahr das erste Mal stattgefunden hat, war der Feedback Event in Turku, zu welchem etwa 20 teilnehmende Studierende aus allen Teilen Finnlands eingeladen waren. Ziel dieses Treffens war ein Zwischenfazit nach dem ersten Jahr zu ziehen und das Projekt weiterzuentwickeln. Grundsätzlich war das Projekt ein Erfolg, sowohl von Seite der Studierenden als auch der Lehrpersonen her gesehen.

Ich plante ohnehin, mir Turku anzusehen, so passte mir dieser Anlass perfekt in meine Agenda, darüber hinaus wurde die Reise, der Aufenthalt sowie ein Abendessen anlässlich eines Bootausflugs vor dem Inselmeer Turkus übernommen, das ist in der Tat phänomenal. Der kleine Schiffsausflug war wirklich grandios, ein ganz schönes Fleckchen Erde die Küste im Südwesten Finnlands. Die Stadt Turkus hingegen ist kein Schmuckstück, nicht besonders hässlich, aber auch nicht besonders sehenswert, da habe ich mehr von Europas Kulturhauptstadt 2011 erwartet.

 

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Omenahotelli

Nach Tampere und Helsinki übernachtete ich nun auch in Turku in einem Hotel der Kette Omenahotelli (Apfelhotel zu deutsch). Was ist daran erwähnenswert? Nun, ich bin beeindruckt vom Konzept dieser Kette, ein Business Concept, das es so in der Schweiz nicht gibt oder sich meiner Kenntnis entzieht. Dabei ist es denkbar einfach wie clever:

Omenahotels sind für finnische Verhältnisse preiswert, sind jeweils für 4 Personen eingerichtet und man bezahlt wie in den Staaten üblich einen Fixpreis für das Zimmer, unabhängig wie viele Personen darin übernachten. Üblicherweise sind dies 49 Euro, kann aber bei später Buchung steigen. Dazu sind sie eher spartanisch, aber ziemlich durchdacht eingerichtet: 2 Betten, 2 zu Betten umfunktionierbare Sofas, Mikrowelle, Kühlschrank, grosser Flachbildschirmfernseher mit finnischem Fernsehen, sauberes Badezimmer mit Dusche, freier Internetzugang, Haartrockner, Wasserkocher und Kaffeepulver sowie einen Flaschenöffner. Was will man mehr für einen Kurzaufenthalt?

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Jääkiekon maailmanmestari

Ihanaa Leijonat, ihanaa!

Die Finnen sind ja ein ruhiges Völkchen, es sei denn, sie werden Eishockey-Weltmeister! Ich habe mir das Spiel, von dem viele hier noch jahrelang erzählen werden, wie sie dem Erzrivalen Schweden eins auf die Rübe gegeben haben, im Stadtzentrum angesehen. Nach dem Spiel strömten massenweise blau-weiss gekleidete und geschminkte Menschen aus allen Ecken, Häusern und Bars ins Zentrum, um die geglückte Revanche des Olympiafinals von 2006 zu feiern. Ich glaube ich habe noch nie so viele Menschen in Jyväskylä auf einem Haufen gesehen, Wahnsinn wie die Finnen plötzlich zu feiern wissen. Hierzu ein kleiner Ausschnitt aus Tampere:

 

Hier ein kleiner Zusammenschnitt des Finalspiels mit dem Kommentar des finnischen Fernsehens YLE, Antero Mertaranta. Diesem Typen könnte ich stundenlang zuhören, seine Begeisterung überträgt sich trotz Sprachbarriere.

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote meinerseits, oder besser ein kleiner Verweis auf die Lokalzeitung “Keskisuomalainen”. (2. Bild rechts).

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Wer hätte das gedacht…

… dass die Finnen in diesem Jahr das Finalspiel der IIHF Eishockey Weltmeisterschaft erreichen, nachdem sie jahrelang standardmässig nach den Viertel- oder Halbfinals die Ferien buchen konnten. Eine junge, hungrige Mannschaft schlicht sich unter der Führung der Teamsenioren Koivu und Ruutu klamheimlich ins Endspiel, ohne dass jemand gross Notiz davon genommen hat.

Am meisten Beachtung fand zweifelsohne Mikael Granlunds 1-0 Führungstor im Halbfinal gegen Russland, ein Meisterstück, erinnert uns Schweizer ein wenig an Thomas Deruns. Der finnische Kommentator brauchte ein wenig länger als unserer, seine Fassung zu kriegen :)

Nun geht es morgen gegen den Nachbar aus Schweden um den Titel. Die Finnen mögen die Schweden nicht so besonders sehr. Dies hat einen historischen Grund, Finnland war lange Zeit ein Teil des Königreichs Schweden. Des weiteren ist gibt es eine schwedisch sprechende Minderheit in Finnland, weshalb die finnischen Schulkinder gezwungen sind, schwedisch zu lernen, was verständlicherweise auf wenig Gegenliebe stösst.

Möge der bessere gewinnen. Hyvää Suomi!!

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Jalkapallo

Der Schnee, der Mittelfinnland seit Oktober fest im Griff hatte, hat sich seit Mitte April langsam verzogen, die Seen sind seit Anfangs Mai ebenfalls eisfrei, die Tage dauern schon ungewohnt lange, die Natur ist aus ihrem tiefen Winterschlaf erwacht und verwandelt sich langsam in eine grüne Zauberwelt. Wenn sich um vier Uhr morgens die ersten Sonnenstrahlen an meinem Ostfenster bemerkbar machen, hört man bereits die ersten Vögel den Morgen willkommen singen, der rote Horizont färbt sich langsam orange, dann gelb zu blau, ein Naturschauspiel gar wunderbar.

Um zum Punkt zu kommen (typisch finnisch, direkt auf den Punkt kommen, was nicht gesagt werde muss wird auch nicht gesagt), man kann endlich Fussball spielen. Heute war wieder einmal perfektes Wetter, gegen die 20°, ein Ball, zwei Tore, zwei Franzosen, zwei Italiener, zwei Spanierinnen, ein Spanier, ein Costa-Ricaner, ein Amerikaner, ein Finne und ich, voilà! Spassige Sache, auch wenn das Niveau eher dürftig ist, macht nichts, der olympische Gedanke zählt.

Das hier ansässige Fussballteam, JJK Jyväskylä, spielt übrigens in der höchsten finnischen Liga, was allerdings nur bedingt ein Qualitätsmerkmal ist. Zudem sind sie letztes Jahr dem Abstieg gerade noch einmal von der Schippe gesprungen, viel erwarten darf mal wohl nicht. Trotzdem, ich werde mir wahrscheinlich einmal ein Spiel ansehen gehen, die Saison hat mit 4 Punkten aus 2 Spielen gar nicht übel begonnen.

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ESN Sea Battle

Helsinki-Tallinn-Stockholm-Tallinn-Helsinki, so die Route für die Studenten von Finnland, Lettland und Estland anlässlich des alljährlich stattfindenden Sea Battles, organganisiert von ESN (Erasmus Student Network) Sweden. Die Schweden, Dänen und Norweger beschreiten logischerweise den umgekehrten Weg. Jaja, schon eine verrückte Sache, so 2000 Studenten auf einem Schiff. So viel gibt es da auch nicht zu berichten. Studenten sind in der Regel nicht gerade dafür bekannt, im Geld zu schwimmen, scheuen sich aber kaum, ihre bescheidenen finanziellen Mittel für Alkohol und Feiern zu verprassen, um danach ordentlich zu klagen, wie hart doch das Beschreiten des dritten Bildungswegs ist. Dieses Konsumverhalten ist alles andere als rational, dafür spassig. So waren die beiden Nächte von Tallinn nach Stockholm und umgekehrt eher kurz, die darauffolgenden Tage hart. Trotzdem blieb mir die Schönheit der Ostsee und die sich darin spiegelnde Abendsonne sowie die Sehenswürdigkeiten der Städte Stockholm und Tallinn nicht verborgen, womit diese Reise durchaus einen touristischen Wert erhielt und nicht nur der Strapazierung der eigenen Leber diente. Wie immer lässt sich dies am besten mit Bildern unterstreichen:

 

Stockholm ist die grösste Stadt in Skandinavien, und lange Zeit auch Herrschaftssitz von Finnland. Ich weiss nicht so recht, was ich von Stockholm halten sollte. Zum einen fand ich es eine schöne Stadt, viel Wasser überall, immer wieder ein Kanal, ein Inselchen oder ein Meerarm. Nebst ihrer schönen Lage am Meer und der gelungenen Einbettung in die Natur empfand ich die Stadt nicht als besonderes Prunkstück. Ohne dies besonders negativ zu meinen, Stockholm ist ein schönes Fleckchen Erde, ohne aber besonders herauszustechen. Des Weiteres bin ich mir bewusst, dass ein Urteil nach 7 Stunden Aufenthalt nicht gerade sehr aussagekräftig ist. Doch: “You never get a second chance to make a first impression”. Auf dem Weg von Stockholm zurück nach Estland durften wir einem wunderschönen Sonnenuntergang inmitten der unzähligen Inseln vor dem Schwedischen Festland beiwohnen (siehe oben).

In Tallinn fühlte ich mich ein wenig an Solothurn erinnert. Kleines Städtchen, ok ein bisschen grösser als Solothurn ist Tallinn schon, ist immerhin auch die Hauptstadt eines Landes, gelegen auf einem kleinen Hügel, mit netter, schmucker Altstadt, engen Gässchen, einladenden Cafés und viel Charme.

 

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St. Petersburg II

Weiter mit dem Bericht aus dem Land von Väterchen Frost. Am dritten Tag in St. Petersburg besichtigten wir das Hermitage (oder auch Eremitage) Museum, Pflicht für jeden Touristen, ist neben dem Louvre in Paris die wichtigste Kunstsammlung in Europa. Ich habe zuvor noch nie davon gehört, was für ein kultureller Barbar ich doch bin. Alleine schon die Grösse, oder besser die Weitläufigkeit, dieses Baus ist atemberaubend, ich glaube ohne Führung findet man da alleine gar nicht wieder hinaus. Zu den über 3 Millionen Ausstellungsobjekten gehören unter anderem Werke von Leonardo da Vinci, Rembrandt, Pablo Picasso oder Michelangelo.

 

Nebst viel Zeit zur freien Verfügung besichtigten wir die Auferstehungskirche, die einzige russische Kirche im ehemaligen Leningrad, die zur Ehren des Zaren Alexander II. am Platz seiner Ermordung errichtet wurde (Bild oben links). Auch hier, Prunk soweit das Auge reicht, Mosaikkunst vom Feinsten. Alles in allem war dieser Ausflug nach Russland ziemlich kulturell geprägt, Kirchen, Museen, Plätze. Danach ging es zurück zum Hafen, die ganzen Kontrollen erneut, aufs Schiff, Ankunft in Helsinki am nächsten Morgen und per Bus zurück nach Jyväskylä.

Sankt Petersburg ist die europäischste Stadt in Russland, viele bedeutende Bauwerke wurden von italienischen und französischen Architekten entworfen. Mir hat der Trip nach Russland gefallen, mein Bild von eher kalten russischen Menschen hat sich aber eher zementiert als geändert. Ebenfalls will ich nicht wissen, wie viel Blut und Schweiss sich hinter den goldenen Fassaden verbergen, schön anzusehen ist es heutzutage aber allemal.

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